"Schnupperpraktikum" Biotechnologie für Eltern


Biotechnologie als Profilfach an der Mathilde-Weber-Schule: Für ein Schulfach hört sich das klasse an. So gut, dass dafür auf diese Schule gewechselt wird. Der Unterricht findet in super ausgestatteten Laborräumen statt. Das erfahren sogar alle Eltern auf dem Infotag. Doch was bekommen wir Eltern sonst noch mit vom Schulalltag unserer großen Kinder?
 
Nun gehen 3 Jahre BTG ihrem Ende entgegen, und es wird eine Einladung an uns Eltern ausgesprochen, zum "Biotechnologie-Schnupperpraktikum" in die Schule zu kommen. Und es wird bewusst, dass ich von dem Fach nur wenig, fast gar nichts mitbekommen habe. Da war mal das Gesprächüber Gen-Food, von der DNA, Erbkrankheiten, Aids. Und dann gab es Nachmittage, an denen es hieß, ich habe noch Praktikum. Und nun soll ich als Elternteil mich ins Labor stellen, und kann doch nicht einmal in meinem Gedächtnis kramen, was ich denn damals in Biotechnologie im Unterricht gehabt hatte, denn das Fach gab es noch nicht. Was soll das denn wohl geben, so vor meinem erwachsenen Kind, den anderen Eltern und den Lehrern? Aber neugierig bin ich, und will die Chance, die Schule aus ungewöhnlichem Anlass zu besuchen, wahrnehmen.
Elternpraktikum

Wie wir Eltern uns erst einmal am runden Tisch nacheinander einfinden, stelle ich fest, dass die anderen Mütter und Väter auch gespannt sind, was jetzt wohl passiert. Im Gegensatz zum Unterricht unserer erwachsenen Kindern dürfen wir uns zunächst bei Getränken, Obst und Knabbereien stärken. Dann geht´s ins Labor: Unterweisungen, wie wir uns in diesem zu verhalten haben, denn es ist ja ein S1 Labor. Einen passenden Kittel suchen. Erstes Gelächter, denn nicht jede/r findet gleich seine passende Größe, obwohl Frau Schubert und Herr Wolff sie sortiert nach Größen ausgelegt haben. Tja wir Eltern waren nicht aufmerksam. Nun die Einführung in die Gentechnik: Frau Schubert schafft´s trotz aller Komplexität uns in Kürze einen Überblick zu geben. Und danach die Praxis. Herr Wolff erklärt geduldig, was wir wofür verwenden sollen. Wir nehmen unseren Platz am Labortisch ein und unsere Kids stehen belehrend neben uns. Wir Eltern müssen sie nun fragen, wie wir es richtig machen. Kommentare wie: Oh, Mama, Mensch Papa, paß doch besser auf!, arbeite bitte sauberer!, konzentriere Dich doch mal! sind zu hören. Immer wieder ein kritischer Blick und ein Schmunzeln von der Seite von unseren Schüler/innen. Und jetzt sollen wir Eltern auch noch zu Lehrerin und Lehrer vortreten, ob das "Klassen"-ziel, unsere extrahierte DNA erreicht wurde. Dem Himmel sei Dank, die Prüfung durch Frau Schubert und Herrn Wolff zeigt, dass wir Eltern unsere eigene DNA tatsächlich isoliert haben. Eine/r nach dem anderen werden wir mit einem Zertifikat entlassen. Puhh geschafft!
Elternpraktikum

Wir Eltern brauchen uns nicht ums Aufräumen zu kümmern, -zum Ärgernis der Schüler/innen, denn die stellen fest, dass wir Eltern diesbezüglich viel "netter" behandelt werden als sie. Beim abschließenden gemeinsamen Essen entwickeln sich nun Gespräche über Laborarbeit, Allgemeines im Unterricht, Lehr-, Lerninhalte und auch Privates zwischen Schülern/innen und ihren Eltern. Während schließlich unsere Schüler/innen mit Herrn Wolff alle Spuren der Elternarbeit beseitigen, erfahren wir Eltern von Frau Schubert, dass sie wie auch Herr Wolff neben dem naturwissenschaftlichen Lehrstoff hinaus, soziale, ethische und moralische Verantwortung vermitteln, und ich bin überzeugt, dass hiermit gute Schritte zu eigenverantwortlichem Arbeiten getan wurden.
Elternpraktikum

Ich nehme heute einen stolzen Schüler mit nach Hause, der sich mit seiner Schule identifiziert. Und ich konnte ein Stück Schulalltag nachempfinden.
Wir Eltern sind uns einig in unserem Dank an Frau Schubert und Herrn Wolff. Für Eltern und Schüler/innen ist es toll, Lehrer/innen zu erleben, die Begeisterung bei ihrer und für ihre Arbeit zeigen.

Elternpraktikum